Berichte von 07/2015

Freitag, 24.07.2015

Cello Cello!

चेलो चेलो! Cello Cello! Das ist Hindi und beschreibt meine Situation gerade ziemlich gut. Es heißt so viel wie: zackzack jetzt, geh schon!

Kaum zurück aus Wiesbaden gehts auch schon an die Arbeit: einkaufen (unglaublich, durch wie viele Läden ich innerhalb von drei Tagen gerannt bin), packen, noch schnell die Uni-Bewerbungsunterlagen für nächstes Jahr herrichten und dazu auch noch die Krankengymnastik alle zwei Tage. Ich musste mir nämlich dummerweise direkt nach dem Abi, vor sechs Wochen, auch noch den Mensikus operieren lassen. Immerhin darf ich jetzt nach vier harten Wochen mit Krücken (in die leider Abiball und Abischerz fielen...) vorsichtig Fahrrad fahren. Lange war nicht klar, ob ich pünktlich am 2. August mit meinen Mitfreiwilligen losfliegen kann. Gestern dann der erlösende Satz meines Orthopäden: "Fertigheilen kann´s auch in Indien". Das lass ich mir nicht zweimal sagen!

Dienstag, 21.07.2015

Namaste aus Wiesbaden!

In den vergangenen zwei Wochen war ich bei einem Vorbereitungsseminar in Wiesbaden. Alle Freiwilligen, die mit Volunta in die Ferne reisen, haben sich getroffen und eine gemeinsame Vorbereitung durchlaufen. Es geht nach Nicaragua, Bolivien, Südafrika, Ruanda, Thailand und für 20 von uns nach Indien.

Die Indien-Gruppe

Ab ins Unbekannte, ins Neue, ins Fremde. Wir haben uns damit beschäftigt, was es bedeutet, wegzugehen. Was heißt es, Deutschland und meine "Komfortzone" aus Familie, Freunden, Nachbarschaft, Schule und Hobbys zu verlassen? Was wird mit mir passieren, wenn ich über einen so langen Zeitraum ein Leben fernab von meinem deutschen Alltag führe? 

Mittwoch, 08.07.2015

Auf nach Setrawa! Bald geht es los

Hallo, ich bin Hannah und werde ab August ein Jahr lang in einem indischen Dorf leben. Von Stuttgart nach Setrawa! Ich habe dieses Jahr am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium mein Abitur gemacht, spiele seit 13 Jahren Geige und ich liebe Tanzen, Skifahren und Reisen. Jetzt will ich meine Chance nutzen: die Zeit zwischen Schule und Studium.

Während des nächsten Jahres möchte ich über meinen "Tellerrand" hinausschauen und mich auf die Indien und seine Überraschungen einlassen. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung untzerstützt meine Organisation Volunta - Rotes Kreuz Hessen (www.volunta.de) darin, Freiwillige wie mich in andere Länder zu entsenden. Allerdings reicht diese Unterstützung nicht aus und Volunta ist für ihre Projekte auf Spenden angewiesen. Ich freue mich über jeden, der mit einer kleinen Spende Volunta und ihre Partnerorganisationen unterstützen möchte. Schreibt mir einfach eine Mail an Hannah.lange@gmx.net.

 

Doch zunächst einmal: Was wird mich in Indien erwarten?

SONNE, die wird mich und meine Mitfreiwilligen auf jeden Fall erwarten. Setrawa ist ein kleines Dorf mit ca. 3000 Einwohnern, das am Rande der großen indischen Wüste Thar liegt. Bei meiner Ankunft werden mich Durchschnittstemperaturen von ca. 35 °C und die Monsunzeit erwarten. Der indische Winter von Oktober bis Februar gilt mit Temperaturen von rund 25°C als die für uns Europäer angenehmste Zeit, aber es kann auch richtig heiss werden: um die 50 °C zwischen Mai und Juli!

EMPOWERMENT CENTER: Während meiner Zeit in Setrawa werde ich in einem Frauenzentrum arbeiten. Setrawa liegt in einer konservativen und sehr traditionellen Gegend Indiens, in der der Großteil der weiblichen Bevölkerung noch immer kaum eigene Entscheidungen treffen kann und ein benachteiligtes Leben führt. Nur 8% der Rajasthani-Frauen können lesen und schreiben. Das Frauenzentrum der indischen Organisation Sambhali Trust versucht, Mädchen, Frauen und deren Familien zu stärken, beispielsweise durch Bildung, Hygieneaufklärung und Workshops zu anderen wichtigen Themen.

TIEFERES VERSTÄNDNIS für die indische Kultur und Lebensweise erhoffe ich mir. Ich wünsche mir, dass ich ganz viele neue Menschen kennenlernen werde, in meinem Projekt, meiner Gastfamilie und in Setrawa ganz allgemein. Ich freue mich, dass ich ihren Alltag teilen werde, ganz anders als auf meinen bisherigen Reisen als Touristin.

REISEN und Neues entdecken – das ist für mich sehr wichtig.

ABSCHIED. Von Stuttgart nach Setrawa, das ist eine große und lange Reise. Das ist aufregend, aber auch beängstigend für mich. Meine Familie, Freunde, Schule: Von euch werde ich für lange Zeit Abschied nehmen müssen. Trotzdem: Abschied zu nehmen bedeutet ja auch, an einem anderen Ort anzukommen. Und wie meine Urgroßmutter immer gesagt hat: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“.

WASSERKNAPPHEIT, Stromausfälle, Hygienemangel – Probleme, die ich aus Deutschland nicht kenne, werden ein Jahr lang auch für mich alltäglich sein. Ich hoffe, dass ich dadurch einen anderen Blick auf unsere Lebensweise bekomme.

ABENTEUER, ich komme!