Berichte von 08/2015

Samstag, 29.08.2015

Happy Rakhi!!!

Diesen Eintrag widme ich Brudi!

Happy Rakhi euch allen! Heute ist der Tag der Brudis und Schwestis, an dem wir unseren Geschwistern (den "wirklichen" und allen, die wir als Schwestern und Brüder empfinden) danken und zeigen, dass wir sie lieb haben. 

Dazu verschenken Schwestern ein Rakhi, ein Armband, das die Wertschätzung dafür zeigen soll, dass ihre Brüder immer für sie da sind. Brüder geben ihnen Süßigkeiten, Kleidung, ein bisschen Geld oder anderes, was symbolisch dafür steht, dass sie das auch in Zukunft sein werden.

Rakhi-Bändchen

Da ich schon gestern nach Jodhpur gefahren bin, kann ich dieses Fest nicht in meiner Gastfamilie feiern. Deshalb haben meinen Gastbruder Chotu und ich Rakhi einfach einen Tag vorgezogen. Gestern habe ich ihm dann ganz feierlich das Band überreicht (und Süßis von ihm bekommen :)). Das war ein sehr schönes Gefühl.

Und gerade waren wir in einem Café und haben uns entspannt. Gegenüber haben sich drei Geschwister umsorgt, lecker gegessen und einfach gemeinsame Zeit genossen. Ich finde, wir sollten so einen Tag auch in Deutschland haben! 

Freitag, 28.08.2015

Setrawa in Bildern (I)

Setrawas Skyline

Setrawa – auch nach zweieinhalb Wochen in „meinem“ Dorf kann ich mich noch gut daran erinnern, wie fremd dieser Ort für mich klang. Kurz: Ich hatte keine Ahnung, wie ich mir Setrawa vorstellen sollte und was genau mich erwarten würde.

Vielleicht geht es euch ja auch so, und deshalb möchte ich euch einen kleinen Überblick über Setrawa, unsere Gastfamilie und unsere „Arbeit“ geben. Das ist gar nicht so einfach, weil mein Zuhause in Setrawa so ganz anders ist als das in Stuttgart. Deshalb möchte ich euch Setrawa in Bildern, Geräuschen und Gerüchen (oder besser gesagt das, was ich bis jetzt davon erlebt habe) getrennt vorstellen. 

Starten möchte ich mit Bildern aus Setrawa, denn wie ich erfahren habe, gibt es hier ganz schön viele "sights", die man nicht verpassen sollte! Ich habe nämlich mit meiner Peacock-Class im Empowerment Center eine Mindmap dazu gemacht, und die Kinder waren gar nicht zu stoppen:

Es gibt also viel zu sehen, um euch nur einen Einblick zu geben: einer der Tempel Setrawas, der "Marktplatz" (mit Kamel!) und ein Bild von meinem täglichen Weg ins Center.

Einer der Tempel von Setrawa Der Marktplatz Setrawas Das erste Kamel, dass ich im Dorf gesehen habe!

Dort bin ich dann von 12 Uhr bis 18 Uhr (bis jetzt, die Arbeitsverteilung ist noch nicht ganz ausgereift...). Erst unterrichten wir Mädchen der Sewing Class und nach einer Mittagspause mit leckerem Essen aus unserer Lunchbox geht es zur Privatschule gegenüber. 

Sewing Class Lunch :) Lesson in der Privatschule

Als letztes ist Peacock Class im Empowerment Center. Ich habe ein bisschen Glück gehabt und die Klasse mit dem besten Englischniveau erwischt und der Unterricht macht mir immer sehr viel Spaß. Samstags machen wir in dieser Zeit Workshops mit den Kindern, letzte Woche haben wir aus Kartoffeln Stempel gebastelt, was uns allen glaube ich viel Spaß gemacht hat!

       

Und natürlich möchte ich euch endlich Bilder von meiner Gastfamilie zeigen, die mir schon jetzt total ans Herz gewachsen ist: Meera, ihre Schwiegereltern und ihr Sohn Chotu.

Montag, 24.08.2015

Stuttgarter Nachrichten Nr.1

Schaut mal auf Stuttgarter Nachrichten: Nach dem Abi ab ins Abenteuer :)

Dienstag, 18.08.2015

Sonnenuntergangsglück

Ich schaue gerade auf dem Dach meiner Gastfamilie der Sonne beim Untergehen zu und muss meine Glücksgefühle für ein Update nutzen. Denn es ist viel passiert:

Am Samstag war Independence Day, was hier groß gefeiert wird. Wir wurden von der Schule nebenan eingeladen, mit ihnen gemeinsam zu feiern. In der Knallsonne durften wir die Parade (die schon die letzten Tage fleißig geprobt wurde, wie man hören konnte, und die für uns in ihrem militärischen Stil ein bisschen befremdlich ist), Reden, Tänze und Comedy-Einlagen genießen.

Independence-Day-Feier auf dem Schulhof Comedy-Einlage von als Frauen verkleideten Jungs 

Nach einem ruhigen Tag in unserem kleinen Heim (mit unserem Gastbruder Chotu, der sich in unserem Zimmer köstlich über unsere Hindi-Versuche und deutsche Zahlen amüsiert hat) hat unser Bunty-bhai uns kurzfristig zu den anderen Volunta-Freiwilligen ins 8km entfernte Shanti gebracht. Shanti und Govinds Haus, indem sie untergebracht waren, sind ein märchenhafter Ort, mitten in der Wüste, zwischen Bauernhäusern und Feldern. Märchenhaft, einsam, auf eine etwas vergangene und verfallene Art schön – solange das nicht die Heimat für ein Jahr ist. Deshalb kann ich Leni und Dalynn auch sehr gut verstehen, dass sie dort gar nicht glücklich waren. Aber was tun?

Shanti Shanti

Am nächsten Tag haben wir dann mit Bunty-bhai geredet. Bhai bedeutet auf Hindi Bruder, und Bunty, der im Guesthouse in Jodhpur arbeitet und mit einer Touristengruppe in Shanti war, hat immer betont: „You are my sisters!“. Ich habe das mehr für indische Höflichkeit gehalten, aber als Bunty bei unserem Gespräch tatsächlich ein paar Tränen verdrücken musste, ist er für mich wirklich ein Bhai geworden.

Um es bisschen abzukürzen: Einen Tag später sind Leni und Dalynn in eine Gastfamilie in Setrawa eingezogen! Ich freue mich so, dass sie immer noch Landleben genießen können und sie bei uns in der Nähe sind!

Die Sambhali-Kinder

Was außerdem passiert ist? Seit gestern hat das Unterrichten angefangen und wir haben eine kleine Übersicht, was wir im nächsten Jahr machen werden:

Von 12 bis 1 unterrichten Linda und ich gemeinsam die Mädels der Sewing Class von Sambhali in Englisch. Das ist superschön, aber nicht ganz einfach, da die Niveaus der Mädchen ziemlich verschieden sind.

Um halb 4 geht es in die Privaty School, die uns gestern erst einmal ziemlich geschockt hat. Wie sollen wir eine Klasse von 30 Schülern unterschiedlichen Niveaus von Klasse sechs bis zwölf, die kaum Englisch sprechen, unterrichten? Keine Ahnung. Bis jetzt war nur „spelling“ eine Methode, die Klasse ruhig zu bekommen - also lautes, gemeinsames Buchstabieren von Wörtern an der Tafel. Ein Mädchen von Sambhali hat mir außerdem heute erklärt, dass durch unseren Unterricht nur die Zeit überbrückt wird, in der die Kinder auf ihren Schulbus warten. Kein Wunder also, dass es so zugeht! Mal sehen, was wir uns einfallen lassen.

Und um halb 5 bis 6 Unterrichten wir wieder im Center, diesmal Kinder von fünf bis fünfzehn (hier aber sinnvoller Weise in vier Gruppen aufgeteilt). Ich habe heute die beste Gruppe übernommen und einen kleinen Vergleich von Indien und Deutschland gemacht. Das hat uns allen glaube ich viel Spaß gemacht!

Die Sonne ist jetzt untergegangen und es riecht schon bis aufs Dach nach Chapatis, deshalb muss ich zum Ende kommen. Nur noch zwei Dinge möchte ich erzählen:

Linda ging es leider heute morgen immer schlechter und als Meera gehört hat, dass das schon seit einer Woche so geht, hat sie uns direkt ins Hospital von Setrawa geführt. Für 5 Rupies wurde Linda von einem Arzt begutachtet und hat einen Haufen Medikamente bekommen. Und jetzt sitzt sie immerhin schon mit mir auf dem Dach, ich hoffe, es geht ihr bald besser (Meera und Chotu kümmern sich gerade darum, dass  sie auch ja ihre Medikamente nimmt!).

Außerdem möchte ich euch beruhigen: Jetzt, gerade in diesem Moment, bin ich sehr glücklich. Meera und ihre Familie sind sehr herzlich, sodass wir uns immer mehr zu Hause fühlen.  Auf dem Dach

 

Freitag, 14.08.2015

Eastern Latrine oder: Hilfe, hier gibt es kein Klo!

Diesen Eintrag widme ich Isabelle.

Wie gesagt: Das Leben in Setrawa ist ganz und gar anders als in Deutschland. Nicht nur das Essen, die Regeln, der Lebensstandard sind anders, sondern eben auch - was ich jetzt schon öfters gefragt wurde - die sanitären Einrichtungen.

Unsere Gastfamilie hat kein westliches Klo, sondern eine indische Toilette und Dusche, was konkret das hier bedeutet:  Die Toilette und Dusche in unserer Gastfamilie

Wie man das benutzt? Da ich ja auch noch Anfängerin bin, möchte ich das Erklären lieber den Profis überlassen (--> Hier gibt es ein ganz amüsantes Video eines indischen Komikers, der die wichtigsten Regeln dazu erläutert: 1.Lock the door! 2.Safe your cloths! 3.Aim for the hole! 4.Sit confortable! (Wie das??) 5.Finish your business and use the water to clean (und versuche, nicht deine ganze Kleidung nass zu machen..) 6.Use the left hand! Do not use the Hand without the water!!! 7.Put water into the toilet! 8.Wash Hands!). Ich selbst kann nur so viel sagen: Es ist nicht so schlimm, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht, aber ich brauche rund dreimal so lange wie sonst auf der Toilette. Und beim Duschen mit Eimer und Dipper reicht mir für eine "Komlettreinigung" mit allem, was dazu gehört, nur ein Eimer Wasser. Ich will gar nicht überlegen, wie viel ich in Deutschland dafür brauche...

 

Mittwoch, 12.08.2015

Setrawa - ein Ankommen mit zwei Seiten

Linda und ich haben gerade, um 10 Uhr morgens, unser Mittagessen aus Puri und einem uns unbekannten Gemüsecurry in der Küche unserer Gastmutter zu uns genommen. Sie heißt Meera und ist Lehrerin in dem Empowerment Center, in dem wir ab jetzt auch arbeiten werden. Gestern sind wir hier in Setrawa bei unserer Gastfamilie angekommen und jetzt werden wir wohl eine ziemlich lange Zeit gemeinsam mit Meera, einem ihrer Söhne (der andere wohnt bei ihrem Vater und ihre Tochter ist in Jodhpur im Boarding Home von Sambhali Trust), ihrem Schwiegervater und ihrer Schwiegermutter wohnen.

Unser Transport nach Setrawa und für zwei andere nach Shanty, 8km entfernt

Mit dieser Situation waren wir, bzw. sind es immer noch, erstmal ziemlich überfordert. Hier ein ganzes Jahr verbringen? Ich kann es mir noch nicht vorstellen. Dabei liegt das nicht an der Gastfamile oder an ihrem Haus, uns hat es denkbar gut getroffen, auch mit der indischen Toilette können wir uns arrangieren. Es ist einfach so anders als Stuttgart: einsamer, indischer und vor allem fremder.

Das Haus unserer GastfamilieDer Garten

Aber jetzt auch mal zu Positiverem: Ich bin heute früh aufgestanden, um noch etwas von der frischen Morgenluft genießen zu können. Auf dem Dach unseres Hauses habe ich mit unglaublich schöner Aussicht ein bisschen Gymnastik gemacht. Das hat gutgetan! Bei meinen letzten Übungen hat es angefangen, schwere Tropfen zu regnen und so bin ich einfach noch oben sitzen geblieben und habe den Regen genossen (Kann man sich so etwas in Deutschland vorstellen? :D). Nach einer kalten indischen Dusche mit Wasser und Eimer habe ich Wäsche gewaschen und mit Meera einen Chai getrunken, wo sie mir mehr über ihre Familie erzählt hat und mir meine ersten Wörter in Hindi beigebracht hat (Apka nam kya hai? - Mera nam Hannah hai.). Danach konnte ich noch bis neun Uhr auf dem Dach sitzen und lesen, bis es zu warm wurde.

Hört sich doch gar nicht schlecht an, oder? Schade nur, dass es Linda nicht so gut geht, sie ist erkältet und hat es auch deshalb noch schwerer, sich hier einzuleben. Aber ich will mal nicht zu voreilig sein, es sind ja noch nicht einmal 24 Stunden, dass wir hier sind. Und wenn wir mit unserer Arbeit anfagen, wird sich auch noch einiges ändern. Gleich geht es auch schon los zur Goverment School und danach ins Empowerment Center. Bin gespannt!

Sonntag, 09.08.2015

Ein erstes Kulturschöckchen

Heute hatten wir alle einen kleinen Durchhänger. Vielleicht, weil manche von uns die ersten Magenprobleme oder eine kleine Erkältung haben, aber vor allem, weil wir nach einer Woche merken, wie anders es hier doch in vielerlei Hinsicht ist: die Hitze, die kleinen Zimmer, die ständigen Blicke der Inder auf der Straße, das alles sind wir nicht gewohnt.

Ich frage mich, ob das der erste "Schub" eines Kulturschocks ist? Falls ja, wurde er sicherlich durch die Aktion heute morgen verschärft, bei der ein paar von uns mitgemacht haben. Ich bin früh aufgestanden, um einigen Sambhali-Frauen und Mädchen beim Aufräumen eines Brunnens zu helfen.  Unter Brunnen hatte ich mir allerdings etwas anderes vorgestellt. Das war vielmehr ein Wasserreservoir, das sich über mehrere Hauslängen erstreckt. Es war zwar sehr schön, die Mädchen und Frauen zu treffen, die wir teilweise schon aus den Empowerment Centern kannten, aber die Arbeit war für uns aus Deutschland Verwöhnte gewöhnungsbedürftig. Die Hauptsaufgabe war es, den Müll aufzuräumen, der das ganze Gitter über dem Wasser bedeckt hat. Und indischer Müll bedeutet Dreck, viele kleine Tierchen und vor allem: Gestank! Zum Glück hatten wir noch an Plastikhandschuhe gedacht...

Trotzdem: Ich bin gespannt, wie es weitergeht! Vor allem, wenn wir am Dienstag ins 100km entfernte Setrawa fahren und Linda und ich endlich unsere Gastfamilie kennenlernen.

Die Brunnen Aktion - die Mädchen in Rosa gehören zu Sambhali 

Samstag, 08.08.2015

Blog abonnieren?

Ich habe herausgefunden, dass man die Blogs auf auslandsblog.de auch abonnieren kann. Es gibt zwei Möglichkeiten:

 

Samstag, 08.08.2015

Jodhpur als Touri

Blick auf die

 Heute haben wir eine kleine Sightseeing-Tour in Jodhpur gemacht:

Mit dem Jeep ging es vom Guesthouse los zum Jaswant Thada, auch "Little Taj Mahal" genannt, einer Gedenkstätte für einen König Jodhpurs, einen Maharadscha, der im 19. Jahrhundert lebte.

Hin und zurück gehts mit dem Jeep Wir in indischer Kleidung vor dem Fort

Danach ging es zum Meherangarh Fort, einer Festung hoch über der Stadt. Sie wurde von der Königsfamilie in Jodhpur erbaut und in seiner über 500 Jahre alten Geschichte kein einziges Mal gewaltsam eingenommen. Von oben hat man einen fantastischen Ausblick über die "blaue Stadt", denn zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung und vor Insekten wurden die Häuser der Brahmanen ursprünglich mit Indigo gefärbt. Heute haben auch viele andere Häuser eine blaue Farbe.

Das Fort Das Fort

 

Freitag, 07.08.2015

Und ab ins kalte Wasser

So habe ich den Eintrag genannt, bevor ich mit den anderen Freiwilligen zu zwei der Stellen von Sambhali gefahren bin, die wir heute schon mal besuchen durften. Jetzt würde ich ihn vielleicht anders nennen.

Das Sisters for Sisters Empowerment Center besteht aus einem größeren Raum, in dem, als wir ankamen, mehrere Gruppen mit Englischunterricht, Nähen oder anderen Aufgaben beschäftigt waren. Wir wurden gleich von einer Gruppe Mädchen im Alter von 12 bis 20 eingeladen, sich zu ihnen zu setzen. Und dann hieß es: Englischunterricht! Wir waren überhaupt nicht vorbereitet darauf, aber mit mein bisschen Improvisation (und zugegebenermaßen einigen ratlosen Pausen dazwischen) haben wir in zwei Stunden von "How are you?" bis zu den neusten Bollywoodfilmen und Familienbildern ziemlich viele Themen angerissen. Mal auf Englisch, mal auf Hindi oder mit Händen und Füßen. Und als wir aus der Tür des Centers getreten sind waren wir alle einfach nur überwältigt und voller Vorfreude auf die kommende Zeit dort!

Freitag, 07.08.2015

Unsere indischen Outfits

Linda, ich, Tabea und Thekla

Endlich haben wir es geschafft, unsere Kurtis zu waschen! Das ist hier nämlich ein kleiner Aufwand, da wir sie von Hand waschen müssen, in unserem kleinen Zimmer aufhängen (sodass der ganze Boden vollgetropft wird) und schließlich noch bügeln. Ein gutes und gepflegtes Auftreten sind  nämlich sehr wichtig, vor allem für uns Freiwillige. Dass wir Kurtas tragen hat einen Grund: Wir zeigen, dass wir uns an die "indischen Regeln" anpassen. Außerdem werden wir in unseren Outfits sofort als Sambhali-Freiwillige identifiziert.

Indische Kleidung färbt extrem! Unser ganzes Zimmer hängt voll Wäsche

Mittwoch, 05.08.2015

Kurtis, Lassi und Bajrangi Bhaijaan: der zweite Tag in Jodhpur

Auch der zweite Tag in Jodhpur war voll von unglaublich vielen Eindrücken. Ich möchte euch ganz kurz einen Einblick geben, bevor wir schon wieder zu der Geburtstagsparty unseres Mentors Virendra aufbrechen:

Ein Kurtis-Laden 

Nach einer Besprechung am Morgen mit Renate, einer deutschen Unterstützerin des Sambhali Trust, und einem leckeren indischen Mittagessen sind wir gemeinsam zum Einkaufen aufgebrochen. Wir sollen nämlich während des nächsten Jahres indische Kleidung tragen, am besten eine Kurta mit der passenden Hose und der einem Schal ähnlichen Dupatta. Zu acht haben wir die drei Verkäufer des kleinen Ladens ganz schön ins Schwitzen gebracht, und haben jetzt alle mehrere indische Outfits und Stoffe, aus denen eine Schneiderin bald weitere Kurtis für uns nähen wird. 

Pause bei einem Lassi, hinter uns der berühmte Clock Tower von Jodhpur

Wegen der Hitze, unseres Jetlags und der vielen Menschen ist Jodhpur für uns bis jetzt sehr aufregend, aber auch sehr anstrangend. Deshalb mussten wir uns danach erstmal bei einem Lassi auf dem Dach eines Hotels am berühmten Clock Tower Jodhpurs erholen.

Abens, als wir gerade dabei waren, unsere Wäsche zu waschen - hier müssen wir das von Hand machen - wurde kurzfristig von Govind beschlossen, noch ins Kino zu gehen. Der Bollywoodfilm "Bajrangi Bhaijaan" war zwar auf Hindi, aber trotzdem ganz gut verständlich: ein pakistanisches Mädchen gerät in den falschen Zug nach Mumbai und trifft einen hinduistischen Helden, der sie trotz zahlreicher Hindernisse (allem voran seiner Religion) zurück nach Hause ins muslimische Pakistan bringt. Der Film ist vor allem deshalb so unterhaltsam, weil das indische Publikum mitfiebert, lacht und lautstark das Geschehen kommentiert.

 Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen :)

Dienstag, 04.08.2015

Endlich angekommen - Erste Eindrücke aus Jodhpur

Das Guesthouse Das Guesthouse

Wow! Die letzten Tage mit Abschieden über Abschieden sind verflogen und nach einer langen Anreise über Abu Dhabi und Delhi sind wir gestern hier in Jodhpur angekommen. Unglaublich, dass wir in dieser Gegend unser nächstes Jahr verbringen werden!

Linda, Jessica, ich und Tabea bei unserer AnkunftGerade ist es Mittag und sehr heiß, deshalb ruhen meine Mitfreiwillige Linda und ich uns unter dem Ventilator unseres kleinen Zimmers für ein Stündchen aus. Unser Zimmer ist klein, hat ein noch kleineres Bad (das bei unserer ersten Dusche gleich total überflutet war) und liegt direkt am Innenhof des Guesthouses, in dem wir untergebracht sind, bis es am Samstag für vier von uns nach Setrawa geht. Für die anderen vier wird das Guesthouse das nächste Jahr ihr Zuhause sein, gemeinsam mit anderen Freiwilligen, Mitarbeitern, Touristen und der Familie von Govind.

Im Shiva-Tempel Govind und seine Frau Mukta leiten die Organisation Sambhali Trust und das Guesthouse und begrüßen uns in Indien als Teil ihrer Familie. Nach einem Chai und einem kleinen Einkauf im nächsten Laden wurden wir von Govind auch gleich ausgeführt: es ging zu dem hindusitischen Tempel der Gottheit Shiva, die am ersten Montag des Monsuns besonders ausführlich geehrt wird. Ich glaube, die Zeremonie hat uns alle, erschöpft von der langen Anreise, ein bisschen überrannt: überall Menschen, viele schauen neugierig zu uns und lächeln, laute Gesänge - nach all den Eindrücken waren wir ziemlich erschöpft.

Nach einer fast genauso aufregenden Fahrt wurden wir von Govind noch zum indischen Essen eingelanden. Sehr lecker!