Dienstag, 28.06.2016

Aufwachen

Wo sind die letzten 11 Monate geblieben?

Ich kann nicht fassen, dass meine Zeit hier nächste Woche zu Ende gehen soll. Nächste Woche! Ich kann mir nicht vorstellen, ins Flugzeug zu steigen und aus dieser chaotischen, bunten und lebensfrohen Welt herausgerissen zu werden - zurück ins saubere, geordnete, (klingt fast nach: ein bisschen langweilige?), Deutschland.

Denn das ist das letzte Jahr für mich gewesen: eine fremde Welt, in die ich eingetaucht bin, die ich kennen- und liebengelernt habe und nun bin ich soweit, dass ich mir das Leben in der deutschen Welt gar nicht mehr vorstellen kann.

Ich fühle mich, als wache ich gerade aus einem langen, turbulenten und wunderschönen Traum auf, als platze eine Blase, in der ich mich die letzten 11 Monate befunden habe. Es ist nicht so, dass die Blase nicht schon vor längerer Zeit ihre ersten Risse bekommen hätte, als ich mich über das Studium informiert habe oder Urlaube mit Freunden und Familie geplant wurden, doch jetzt wird es ernst.

Und obwohl ich mich total freue, meine Familie, meine Freunde, Stuttgart und den Deutschland-Luxus (Cafés, grüne Parks, Regen, Waschmaschine...) wiederzusehen, ist da auf der anderen Seite so viel, von dem ich mich verabschieden muss und das tut weh. Es tut weh und ich kann nichts dagegen tun, außer mir zu sagen, dass das gut ist; ich habe einfach tolle Menschen kennengelernt und eine intensive Zeit erlebt, die ich nie vergessen werde.

Wo die letzten 11 Monate geblieben sind?

Bei Meera, bei meiner Gastfamilie, meinen indischen und deutschen Freunden, bei unglaublichen Erlebnissen, bei mir.