Dienstag, 13.10.2015

Die Achterbahnfahrt geht weiter: Fieber und Jaisalmer

Nun, es war ja irgendwie klar, dass nach meinen Glücksgefühlen der letzten Woche auch wieder eine Ernüchterung kommen musste. Und die kam ziemlich zügig.

Nachdem ich schon die ganze Woche erkältet gewesen war, lag ich am Freitag mit Fieber, Hals- und Kopfschmerzen im Bett. Das volle Erkältungs-Programm also (Die berüchtigten Indien-Magen-Darm-Probleme bereiten mir keine Schwierigkeiten, dafür bekomme ich bei der Hitze eine Erkältung... Muss man das verstehen?). Und als nach einem Tag im Bett meine Stirn eher heißer als kälter wurde, war das Heimweh dann doch da. Zum Glück hatte ich Linda und Meera, die mir die passenden Hausmittel in die Hand gedrückt und mich getröstet haben.

Das Frustrierende war nämlich: Am nächsten Tag stand unser Trip nach Jaisalmer an. Jaisalmer liegt knapp 200 km westlich von Setrawa und damit Mitten in der Wüste Thar, gar nicht mehr weit weg von Pakistan. Es sieht so unwirklich aus, wie sich das Fort der „Goldenen Stadt“ aus der dürren Ebene emporhebt.

Leider konnte ich dieser majestätischen Schönheit nicht ganz so große Aufmerksamkeit widmen, weil ich – ich konnte nicht widerstehen und bin mitgefahren – zu diesem Zeitpunkt schon wieder geglüht habe (Was ja auch nicht verwunderlich war nach meinem Zustand am Vortag...). So musste ich schweren Herzens auf die Kamelsafari verzichten, die die anderen drei Setrawa- und fünf Jodhpur-Freiwilligen machen durften. Stattdessen lag ich auf der Dachterrasse unseres Hotels, habe auf die Stadt und die Wüste geschaut, die sich dahinter erstreckt, und fand es dann nicht mehr ganz so schlimm, allein in Jaisalmer geblieben zu sein.

Die Aussicht vom Fort

Natürlich war ich trotzdem froh, als die anderen am nächsten Tag wieder zurückgekommen sind, voller Sand, aber mit einem Grinsen auf den Gesichtern. Ich habe nämlich schon gemerkt, wie anders man als allein reisende junge Frau wahrgenommen wird - von den Schleppern (Der Standardsatz: „Can I help you spend your money?“), aber auch von den anderen Touris (Die Gesichter haben für sich gesprochen...).

        Fledermäuse!

Am nächsten Tag war ich dann fit genug, um gemeinsam mit den abderen das Fort und die Umgebung zu erkunden. Jaisalmer ist wirklich traumhaft schön – bloß ist es mit seinen Touri-Läden und Schleppern ziemlich touristisch. Nach einer kleinen Bootsfahrt auf dem wunderschönen Gadi-Sagar-Lake ging es wieder hinauf aufs Fort und wir haben, auf einem Rooftop weit über den Lichtern Jaisalmers und unter einem Sternenhimmel, in Dalynns Geburtstag reingefeiert.

   Gadi-Sagar-Lake