Sonntag, 09.08.2015

Ein erstes Kulturschöckchen

Heute hatten wir alle einen kleinen Durchhänger. Vielleicht, weil manche von uns die ersten Magenprobleme oder eine kleine Erkältung haben, aber vor allem, weil wir nach einer Woche merken, wie anders es hier doch in vielerlei Hinsicht ist: die Hitze, die kleinen Zimmer, die ständigen Blicke der Inder auf der Straße, das alles sind wir nicht gewohnt.

Ich frage mich, ob das der erste "Schub" eines Kulturschocks ist? Falls ja, wurde er sicherlich durch die Aktion heute morgen verschärft, bei der ein paar von uns mitgemacht haben. Ich bin früh aufgestanden, um einigen Sambhali-Frauen und Mädchen beim Aufräumen eines Brunnens zu helfen.  Unter Brunnen hatte ich mir allerdings etwas anderes vorgestellt. Das war vielmehr ein Wasserreservoir, das sich über mehrere Hauslängen erstreckt. Es war zwar sehr schön, die Mädchen und Frauen zu treffen, die wir teilweise schon aus den Empowerment Centern kannten, aber die Arbeit war für uns aus Deutschland Verwöhnte gewöhnungsbedürftig. Die Hauptsaufgabe war es, den Müll aufzuräumen, der das ganze Gitter über dem Wasser bedeckt hat. Und indischer Müll bedeutet Dreck, viele kleine Tierchen und vor allem: Gestank! Zum Glück hatten wir noch an Plastikhandschuhe gedacht...

Trotzdem: Ich bin gespannt, wie es weitergeht! Vor allem, wenn wir am Dienstag ins 100km entfernte Setrawa fahren und Linda und ich endlich unsere Gastfamilie kennenlernen.

Die Brunnen Aktion - die Mädchen in Rosa gehören zu Sambhali