Sonntag, 27.03.2016

Feste der Farben

„You are the color in my life and I am the color in your life.“

Meera über die Bedeutung des Fests der Farben

Ostern in Setrawa

Ich wünsche euch einen schönen Ostersonntag und frohes Eiersuchen! Esst eins für mich mit, denn die letztem Tage waren zwar so bunt durchmischt wie ein Osterei, aber Eier sind nunmal in unserer Familie wie in vielen Haushalten in Setrawa nicht erlaubt. Macht nichts, der Osterhase hat in Setrawa einfach ganz viele indische Süßigkeiten statt Eiern versteckt und ein Osterfrühstück auf unserer Sanddüne tut´s auch!

Also: keine Ostereier und kein Eierbemalen - dafür wurde der Frühling hier mit einem indischen Farbenfestival begrüßt: Holi!

Über Holi sind wir nach Jodhpur gefahren, um dort mit den anderen Volunteers und den Mädchen vom Boarding-Home von Sambhali zu feiern. Die Mädels kommen aus Setrawa und Umgebung und es war besonders schön, Lalita und Nisha, meine Gastschwester und Cousine, wiederzusehen.

Wie für alle Feierlichkeiten gibt es auch zu Holi zahlreiche Geschichten. Leider ist es nicht so einfach, sich die ausführlich erzählen zu lassen (man verliert den Überblick mit den ganzen Gottheiten und oft reicht der englische Wortschatz auf beiden Seiten nicht aus), aber ein paar Geduldige haben es trotzdem versucht und ich habe später noch Google befragt. Hier kommen also die zwei (ich hoffe, ich habe das richtig verstanden) wichtigsten Geschichten über Holi:

Erster Tag von Holi

Am ersten Tag von Holi wurde ein riesiges Feuer gemacht, um das wir uns alle versammelt haben. Dem liegt die erste Geschichte zu Grunde:

Es war einmal ein eitler König, der wie Gott verehrt werden wollte. Sein Sohn aber verehrte nur die Gottheit Vishnu. Das fand der König gar nicht lustig und beschloss, seinen Sohn zu töten. Mehrere Male versuchte er es, aber Vishnu beschützte den Sohn sehr gut und er entrann dem Tode. Da dachte sich der König eine List aus: Er würde die Dämonin Holika, eine Verwandte, die als immun gegen die Zerstörungskraft des Feuers galt, mit seinem Sohn auf dem Schoß in ein Feuer springen lassen. Doch Vishnu lies den Sohn auch dieses Mal nicht im Stich: Zum Erstaunen der Anwesenden verbrannte Holika, während der Sohn des Königs unversehrt blieb.

Am zweiten Tag ging dann richtig die Post ab. Warum? Lest selbst:

Eines Tages kam Krishna (eine Inkarnation von Vishnu) zu seiner Mutter und beschwerte sich über seine blaue Hautfarbe. War nicht die helle Haut seiner Gefährtin Radha viel schöner als seine eigene? Er war neidisch. Seine Mutter gab ihm einen Rat: Krishna würde Radha mit Farbe genauso bunt färben, wie er es war. Und Krishna befolgte ihren Rat.

... Und wir auch! Erst im Boarding-Home, dann in der Innenstadt von Jodhpur haben und – vor allem – wurden wir mit Farbpulver und gefärbtem Wasser ge- und beschmissen. Und selbst nach ewigem schrubben und vergeblichem Wäschewaschen ist mein Fazit: Bitte nochmal – Nochmal die Farbenschlacht, nochmal die Fahrt zum Clocktower zu zweiundzwanzigst in einen kleinen Jeep gequetscht, nochmal die Musik und die tolle Stimmung!

Farbschlacht im Boarding Home Die Sambhali-Volunteers In der Innenstadt    Mit Thekla