Samstag, 05.09.2015

Kya hai, beti?

Auf dem Weg zum Tempel

Als wir gestern auf dem Dach lagen, hat Meera diesen Satz gesagt: „Kya hai, beti?“. „Kya hai“ heißt so viel wie „Wie geht es dir?“ oder „Alles klar?“ und „beti“ bedeutet Tochter. Das hat mir ein so schönes Gefühl gegeben, vor allem, weil Meera es mal wieder genau auf den Punkt bringt: Ich fühle mich hier langsam zu Hause.

Das spüre ich vor allem seit dem letzten Wochenende, das wir in Jodhpur verbracht haben. Es war so verrückt, alle anderen wiederzusehen, wieder ins Durag Niwas Guesthouse und in die Stadt zu kommen. Ich konnte mir davor gar nicht vorstellen, wie anders das Leben in Jodhpur ist!

Aber ganz von vorn: Leni und ich sind am Freitagmorgen mit den Lehrerinnen in den Bus nach Jodhpur gestiegen. Die Fahrt allein war eigentlich schon Abendteuer genug, denn der Bus hat sämtliche Dörfer in der Umgebung abgeklappert - auf unbefestigten Straßen voller Schlaglöcher (was unseren Busfahrer aber nicht von Überholmanövern abgehalten hat). Als wir schließlich im Guesthouse angekommen waren, konnte ich nicht glauben, dass es nur gute zwei Wochen her war, dass wir dort abgefahren sind. So viel ist passiert! Dort haben wir nicht nur die Jodhpur-Freiwilligen endlich wieder gesehen, sondern auch Linda und Dalynn, denen es endlich wieder besser geht.

Den westlichen Luxus Jodhpurs haben wir dann in vollen Zügen genossen: wir haben endlich frische Früchte (ganz viele Mangos) gekauft, waren groß shoppen, im Café, im Spa und haben zugeschaut, wie Jessi, Linda und eine englische Freiwillige Tatoos gestochen bekommen haben – ganz zu schweigen von einem langen Abend mit Govinds „aunty“... Manchmal habe ich es nicht glauben können, dass dieses Leben nur 100km von Setrawa entfernt ganz normal ist.

Leni und ich im Spa Tatoo-Time

Dieses Wochenende in Jodhpur war sehr schön und ich freue mich auf viele weitere. Trotzdem war ich auch froh, am Montag wieder zurück zu Meera und ihrer Familie zu kommen. Vor allem, weil ihre Tochter und ihre Nichte zum Teej-Festival angereist waren. Lalita und Nisha wohnen sonst in Jodhpur im Boarding Home von Sambhali. Wir haben ganz viele süße Chapattis gemacht und sind am Festivaltag im Festagsdress mit vielen anderen Frauen zum Tempel gegangen. Ihr werdet nicht glauben, was man am Teej-Festival dort macht: Schaukeln!

Vorbereitungen fürs Festival: Süßigkeiten machen Im Tempel: Schaukeln mit Lalita