Mittwoch, 21.10.2015

Menda Lakdi und andere Wehwehchen

Alles für mich?So viel Glück ich auch bisher hatte und die berüchtigten Magenprobleme ausgeblieben sind – leider hat sich eine andere Weisheit über Indien bewahrheitet: Krankheiten hauen einen hier so richtig um.

Ihr könnt es euch schon denken - meine Krankheit von letzter Woche war doch noch nicht ganz ausgestanden und hat sich am Wochenende zurückgemeldet. So heftig sogar, dass ich am Montag, zum Glück in Begleitung von Linda, in den Bus nach Jodhpur steigen musste, um einen Arzt zu sehen (dessen Kommentar nach einem Blick in meinen Mund lautete: „Oooh, very bad.“). Nachdem ich einen ganzen Haufen von Medikamenten verschrieben bekommen habe, liege ich seitdem im Guesthouse im Bett. Noch immer mit Hals- und Ohrenschmerzen, aber immerhin schon ohne Fieber.

Wenigstens kann ich Gutes von einem anderen Körperteil melden, meinem Knie geht es nämlich immer besser. Nicht zuletzt, weil meine Gastfamilie ein ayurvedisches Wundermittel für meinen operierten Meniskus entdeckt hat: Menda Lakdi. Ich muss zugeben, dass ich nicht sofort an die Wirksamkeit dieses Medikaments glauben konnte, denn die Wunderwirkung kann man nicht ganz auf den ersten Blick erkennen. Menda Lakdi sieht, nun ja, wie eine stinknormale Rinde aus.

                                   Menda Lakdi

Aber es ist nun mal nicht irgendein Holzstück, das ich in zerriebener Form auf mein Knie schmiere (neulich hies es sogar, ich soll zusätzlich noch davon essen, aber mal sehen was aus diesen Plänen wird...). Es ist die Rinde Litsea glutinosas (also eines Regenwaldbaums, wie Google mir verraten hat)! In der ayurvedischen Medizin wird sie z.B. gegen Muskelschmerzen oder nach Knochenbrüchen eingesetzt - und hilft offenbar auch nach Meniskus-Operationen.

Deshalb sitze ich seit ein paar Wochen jeden Abend im Flur unseres Hauses und reibe eine Rinde mit etwas Wasser auf dem Steinboden, um mir die glitschige braune Paste dann aufs Bein zu schmieren.

Und fragt nicht wieso weshalb warum, aber es wirkt!