Mittwoch, 12.08.2015

Setrawa - ein Ankommen mit zwei Seiten

Linda und ich haben gerade, um 10 Uhr morgens, unser Mittagessen aus Puri und einem uns unbekannten Gemüsecurry in der Küche unserer Gastmutter zu uns genommen. Sie heißt Meera und ist Lehrerin in dem Empowerment Center, in dem wir ab jetzt auch arbeiten werden. Gestern sind wir hier in Setrawa bei unserer Gastfamilie angekommen und jetzt werden wir wohl eine ziemlich lange Zeit gemeinsam mit Meera, einem ihrer Söhne (der andere wohnt bei ihrem Vater und ihre Tochter ist in Jodhpur im Boarding Home von Sambhali Trust), ihrem Schwiegervater und ihrer Schwiegermutter wohnen.

Unser Transport nach Setrawa und für zwei andere nach Shanty, 8km entfernt

Mit dieser Situation waren wir, bzw. sind es immer noch, erstmal ziemlich überfordert. Hier ein ganzes Jahr verbringen? Ich kann es mir noch nicht vorstellen. Dabei liegt das nicht an der Gastfamile oder an ihrem Haus, uns hat es denkbar gut getroffen, auch mit der indischen Toilette können wir uns arrangieren. Es ist einfach so anders als Stuttgart: einsamer, indischer und vor allem fremder.

Das Haus unserer GastfamilieDer Garten

Aber jetzt auch mal zu Positiverem: Ich bin heute früh aufgestanden, um noch etwas von der frischen Morgenluft genießen zu können. Auf dem Dach unseres Hauses habe ich mit unglaublich schöner Aussicht ein bisschen Gymnastik gemacht. Das hat gutgetan! Bei meinen letzten Übungen hat es angefangen, schwere Tropfen zu regnen und so bin ich einfach noch oben sitzen geblieben und habe den Regen genossen (Kann man sich so etwas in Deutschland vorstellen? :D). Nach einer kalten indischen Dusche mit Wasser und Eimer habe ich Wäsche gewaschen und mit Meera einen Chai getrunken, wo sie mir mehr über ihre Familie erzählt hat und mir meine ersten Wörter in Hindi beigebracht hat (Apka nam kya hai? - Mera nam Hannah hai.). Danach konnte ich noch bis neun Uhr auf dem Dach sitzen und lesen, bis es zu warm wurde.

Hört sich doch gar nicht schlecht an, oder? Schade nur, dass es Linda nicht so gut geht, sie ist erkältet und hat es auch deshalb noch schwerer, sich hier einzuleben. Aber ich will mal nicht zu voreilig sein, es sind ja noch nicht einmal 24 Stunden, dass wir hier sind. Und wenn wir mit unserer Arbeit anfagen, wird sich auch noch einiges ändern. Gleich geht es auch schon los zur Goverment School und danach ins Empowerment Center. Bin gespannt!